Nachruf für unseren langjährigen Ältesten, Gerhard Schmutz

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Nachruf für unseren langjährigen Ältesten, Gerhard Schmutz

Gerhard Schmutz
Gerhard Schmutz

den Gott der Herr im 83. Lebensjahr zu sich in die ewige Heimat gerufen hat. Er darf nun ohne Schmerz und Leid bei Gott, seinem himmlischen Vater sein.
Gerhard Schmutz wurde am 13. Februar 1931 als ältestes von drei Kindern der Eheleute Friedrich Schmutz und Emilie geb. Bletscher in Hochhausen am Neckar geboren. Im Februar 1932 pachteten seine Eltern das Schloßgut in Obergimpern. Dort ging er auch zur Schule bis 1945. Von den Kutschfahrten zur Mennoniten-Gemeinde Hasselbach, wo er im März 1945 auf seinen Glauben an Jesus Christus getauft wurde, hat er oft erzählt.
Nachdem die Pachtzeit in Obergimpern abgelaufen war, fanden seine Eltern am 1. Februar 1949 hier in Autenried, auf dem Schloßgut, einen neuen Wirkungskreis.
Nach seinem Schulabschluss war Gerhard Schmutz ein Jahr zu Hause als Lehrling auf dem Gutshof tätig. Von 1946 bis 1948 dann bei seinem Onkel, Walter Bletscher in Dühren bei Sinsheim. Daran anschließend kam die Landwirtschaftsschule auf dem Augustenberg bei Karlsruhe und in Günzburg. Nach einem weiteren Jahr (1950 bis 1951) bei Familie Hege in Markt als Gehilfe und dazwischen immer wieder die Mithilfe auf dem elterlichen Betrieb, schloss er 1958 die Ausbildung als „Landwirtschaftlicher Lehrmeister“ ab.
Am 18. Mai 1963 heiratete er die Dorfhelferin Renate, geb. Kuhlich. Gott der Herr segnete diese Ehe und schenkte ihnen vier gesunde Kinder – Gerhard, Waltraud, Günter und Reinhard und inzwischen auch Enkelkinder, die ihm sehr ans Herz gewachsen waren. Nach Adrian und Julian hatte er in den letzten beiden Jahren noch besonders an der kleinen Lilli sehr viel Freude.
Ab 1960 war Gerhard Schmutz aktiv in der Mennoniten-Gemeinde Autenried-Heidenheim in der Verkündigung tätig und ab 1972 dann in der Mennoniten-Gemeinde Augsburg, wo er ab 1992 in der Gemeindeleitung war. Ab 1996 übernahm er als gewählter Ältester die Leitung der Gemeinde, die ihm immer sehr am Herzen lag. Aus gesundheitlichen Gründen ist er im März 2012 von der Gemeindeleitung zurückgetreten und als Ältester in den Ruhestand verabschiedet worden. Trotzdem war er auch weiterhin ein treues Glied der Mennoniten-Gemeinde Augsburg und die Gottesdienste, bei denen er nicht anwesend war, kann man wohl an einer Hand abzählen.
Als 1974 der Pachthof in Autenried verkauft wurde und deswegen im Autenrieder Hopfengartenweg ein neues Zuhause für die Familie gebaut wurde, machte Gerhard Schmutz auch eine Umschulung zum Großhandelskaufmann. Danach war er für die Geflügelzucht Firma Zeh in Suppingen in ganz Süddeutschland im Außendienst unterwegs. Diese für ihn sehr interessante Tätigkeit musste er 1992 wegen akuter Durchblutungsstörungen aufgeben. Danach durfte er im Kreise seiner Familie noch einige Jahre als Rentner seinen Hobbys nachgehen. Er hat sich viele Jahre lang gerne draußen im Garten bei seinen Obstbäumen aufgehalten oder die Schafe, Enten und Fische versorgt. Später waren es dann seine Steine- und Fossiliensammlungen oder die Münzsammlung, die er Besuchern aus aller Welt gerne zeigte.
Seine Krankheit verschlimmerte sich jedoch zusehends und so musste er sich im August 1999 einer Herzoperation unterziehen, die Gott sei Dank gut verlaufen ist, so dass sich bald Besserung einstellte. Im Sommer 2006 und 2007 mussten dann – 22 Jahre nach der ersten Hüftoperation – auch beide Hüftgelenke nochmals ausgetauscht werden. Auch diese Operationen sind geglückt und so war es ihm wieder möglich, kurze Strecken beschwerdefrei zu gehen.
So konnte er im Februar 2011 noch seinen 80. Geburtstag – und vor eineinhalb Jahren auch mit seiner Frau Renate zusammen die Goldene Hochzeit im Kreise seiner Familie und der großen Verwandtschaft feiern.
Seit vielen Jahren schon plagte ihn ein starker Reizhusten, der sich Jahr für Jahr verschlimmerte – und besonders vor der kalten Winterzeit war ihm immer bange, weil er dann nicht mehr nach draußen konnte. Jedoch hat man ihn darüber nicht klagen hören, sondern er war Gott dankbar für die Zeit, die er noch im Kreise seiner Lieben verbringen durfte. Im November 2014 musste er dann ins Krankenhaus, weil sein Zustand besorgniserregend war. Er durfte nach fast zwei Wochen wieder nach Hause und fand nun mit einem Sauerstoffgerät etwas Erleichterung. Das Weihnachtsfest durfte er noch im Kreise seiner Familie feiern. Von da an ging es ihm jedoch zusehends schlechter und die beiden letzten Wochen hatte er kaum noch Kraftreserven.
Am Abend des 20. Januar 2015 hat Gott der Herr ihn kurz vor seinem 84. Geburtstag zu sich in die ewige Heimat gerufen. Er war bereit, seinem Schöpfer entgegenzutreten und so darf er nun schauen, was er geglaubt hat.
Kurz vor seinem 80. Geburtstag hat er noch die folgenden Zeilen verfasst:
„Gott der Herr hat mir mein Leben geschenkt. Ihm will ich danken für alle Tage meines gesegneten Lebens! Und wenn ER es wieder zurückfordert, dann will ich mich nicht weigern es loszulassen! Gott unserm Herrn sei Lob und Dank und Preis und Ehre!“
Diese Zuversicht und das Gottvertrauen haben ihn sein ganzes Leben lang begleitet – genauso wie auch sein Lieblings-Psalm 103 in dem es heißt: Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
Die würdevolle Trauerfeier in der Kirche in Autenried sowie die Aussegnung und die Beerdigung am 24. Januar 2015 hat Kurt Kerber gehalten.
Viele Menschen von nah und fern waren gekommen, denen er ein Freund und Wegbegleiter war, um für immer von ihm Abschied zu nehmen – unter anderem auch der ehemalige evangelische Pfarrer, der ihm mit seiner Ansprache ein mündliches Andenken gesetzt hat.
Wir, die Mennoniten-Gemeinde Augsburg, verlieren mit ihm einen langjährigen Gemeindeleiter und auch ein von allen geschätztes Gemeindeglied. Wir wollen ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Seinen Angehörigen bekunden wir unsere herzliche Anteilnahme. Gott der Herr tröste und segne euch alle.

Waltraud Schmutz

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