Gegen Militarisierung von Schule und Hochschule! Antimilitarismus in Zeiten von Krieg und Kriegsvorbereitung.

Gegen die Militarisierung von Schule und Hochschule!
Antimilitarismus in Zeiten von Krieg und Kriegsvorbereitung. Gegen die Militarisierung von Schule und Hochschule! DFG-VK Bayern Tagung am 21.11.2026, 13Uhr, in Nürnberg, Nachbarschaftshaus Gostenhof

Veranstaltungshinweis: Tagung am 21.11.2026, 13 Uhr in Nürnberg, im Nachbarschaftshaus Gostenhof

Veranstaltende: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen, Landesverband Bayern, in Zusammenarbeit mit dem HMV-Bildungswerk für Friedensarbeit und Völkerverständigung, sowie weiteren Unterstützer:innen.

Deutschland soll wieder „kriegstüchtig” werden. Im Zuge der militärischen Aufrüstung soll die Bundeswehr nicht nur personell und materiell erheblich gestärkt werden. Kriegstüchtigkeit setzt jedoch auch gesellschaftliche Akzeptanz sowie die Bereitschaft voraus, militärische Logiken stärker in Politik und Gesellschaft zu verankern. Dabei geraten Schulen, Hochschulen und Universitäten zunehmend in den Fokus.
Ein Beispiel dafür ist das im Jahr 2024 verabschiedete „Gesetz zur Förderung der Bundeswehr in Bayern". Die CSU-geführte Staatsregierung schrieb damit die Zusammenarbeit von Hochschulen mit der Bundeswehr unter anderem gesetzlich fest. Hochschulen sollten mit Einrichtungen der Bundeswehr kooperieren und konnten unter bestimmten Voraussetzungen sogar zur Zusammenarbeit verpflichtet werden. Zugleich stärkte das Gesetz die Präsenz der Bundeswehr an Schulen.
Gegen diese Militarisierung des Bildungs- und Wissenschaftsbereichs formierte sich Widerstand. Die DFG-VK Bayern und die GEW Bayern unterstützten gemeinsam mit zahlreichen weiteren Klägerinnen eine Popularklage gegen das Gesetz. Mit Erfolg: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof erklärte die gesetzliche Verpflichtung der Hochschulen zur Zusammenarbeit mit der Bundeswehr für verfassungswidrig und nichtig. Das Gericht stellte fest, dass die betreffende Regelung gegen das Rechtsstaatsprinzip verstößt und die Wissenschaftsfreiheit verletzt.
Damit wurde ein zentraler Teil des gesetzlich vorgesehenen Kooperationszwangs gestoppt. Die politische Auseinandersetzung ist jedoch nicht beendet. So blieb das allgemeine Kooperationsgebot für Hochschulen bestehen, ebenso die gesetzlichen Regelungen zur Zusammenarbeit von Schulen mit Jugendoffizierinnen sowie zum Zugang der Karriereberatung der Bundeswehr zu schulischen Veranstaltungen. Diese Bestimmungen wurden vom Verfassungsgerichtshof nicht beanstandet.
Die Bundeswehr bleibt somit in Schulen und Hochschulen präsent. Aus friedenspolitischer Sicht stellt sich daher umso dringlicher die Frage, welche Rolle Bildung und Wissenschaft bei der Herstellung gesellschaftlicher Kriegsbereitschaft spielen und wie einer weiteren Militarisierung dieser Bereiche entgegengetreten werden kann.
Die Tagung will diese Entwicklung nicht nur analysieren, sondern auch als Ausgangspunkt für die Diskussion über konkreten Widerstand nutzen. Wie können Friedensbewegung und Gewerkschaften gemeinsam gegen die Militarisierung von Schulen, Hochschulen und Universitäten vorgehen? Wie lassen sich Wissenschaftsfreiheit, eine zivile Ausrichtung von Forschung und Lehre sowie eine kritische politische Bildung verteidigen? Und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn militärische Interessen zunehmend in Bildung und Wissenschaft hineinwirken?

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung, das Programm, Workshops, kurzfristige Änderungen etc. finden sich auf der Website den Veranstaltenden:

https://dfg-vk-bayern.de/tagung-der-dfg-vk-bayern-am-21-11-2026-in-nuernberg/

DFG-VK Bayern