Krieg ist mit dem Willen Gottes unvereinbar und daher abzulehnen! Sofortiger globaler Waffenstillstand ist ethisches Gebot!
Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein! Krieg ist Sünde gegen Gott und Entwürdigung des Menschen!
Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) bekräftigte in einer Erklärung seine Grundeinstellung, dass Krieg mit dem Wille Gottes unvereinbar und daher abzulehnen sei, und forderte einen sofortigen globalen Waffenstillstand als moralischen Gebot.
– ÖRK-Zentralausschuss, Johannesburg, Südafrika, Juni 2025
Auf seiner Tagung vom 18. bis 24. Juni 2025 in Johannesburg verabschiedete der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen eine Erklärung zu den „Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit der Bevölkerung“. Der Text trägt den Untertitel „Ein Kairos-Moment für gerechten Frieden“ und versteht die gegenwärtige Weltlage als einen Zeitpunkt, der politisches, ethisches und kirchliches Handeln verlangt.
Die Erklärung setzt bei der Grundüberzeugung an, die der ÖRK seit Jahrzehnten vertritt: Krieg widerspricht Gottes Willen. Daraus folgt für den Zentralausschuss der erneute Appell zu einem sofortigen weltweiten Waffenstillstand. Dieser Waffenstillstand wird nicht als taktische Option beschrieben, sondern als dringendes moralisches Gebot.
Der ÖRK blickt auf eine Weltlage, in der sich bewaffnete Konflikte verschärfen, das Völkerrecht geschwächt wird, Zivilpersonen immer häufiger schutzlos bleiben und militärische Macht erneut als Mittel nationaler Politik eingesetzt wird. Besonders gefährlich erscheint dem Zentralausschuss die Rückkehr nuklearer Drohungen in die internationale Politik. Die Erklärung bezeichnet die Doktrin der nuklearen Abschreckung als unlogisch und zutiefst unmoralisch.
Vor diesem Hintergrund appelliert der ÖRK an alle Staaten, aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen. Sie sollen einen Kurs weg vom Krieg und hin zum Frieden einschlagen, neue Rüstungswettläufe beenden, vom Rand einer atomaren Konfrontation zurücktreten und anerkennen, worauf dauerhafter Frieden tatsächlich beruht: nicht auf Waffengewalt, sondern auf Gerechtigkeit, gleichen Rechten für alle und der Anerkennung gemeinsamer Menschlichkeit.
Konkret fordert der Zentralausschuss einen weltweiten Waffenstillstand in allen bewaffneten Konflikten. Die Konfliktparteien sollen Dialog und Verhandlungen aufnehmen und führen, bis ein gerechter und anhaltender Frieden erreicht ist. In dieser Perspektive ist Krieg nicht als Lösung politischer Konflikte, sondern als deren gefährlichste Verschärfung.
Der ÖRK verlangt zugleich die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte. Diese Regeln dienen dem Schutz der Bevölkerung und der Gemeinschaften vor der Gewalt des Krieges. Besonderes Gewicht legt die Erklärung auf Menschen, die in bewaffneten Konflikten besonders verletzlich sind: Dazu zählen Kinder, Frauen und Mädchen, Menschen mit Behinderungen sowie alle, deren Leben durch Gewalt, Vertreibung, zerstörte Infrastruktur oder fehlende Versorgung bedroht ist. Der Text weist ausdrücklich darauf hin, dass bewaffnete Konflikte selbst neue Behinderungen verursachen und zugleich die Versorgung von Menschen mit Behinderungen verschlechtern.
Auch die atomare Bedrohung steht im Zentrum der Erklärung. Der Ökumenischen Rates der Kirchen drängt alle Staaten, die den Atomwaffenverbotsvertrag noch nicht unterzeichnet und ratifiziert haben, dies zu tun. Dies gilt insbesondere für Staaten mit Atomwaffen sowie für Staaten, die sich auf einen nuklearen Schutzschild berufen. Der Zentralausschuss hebt zudem die Erfahrungen der Kirchen und Menschen im Pazifikraum hervor. Sie leiden bis heute unter den langfristigen Folgen von Atomwaffentests der USA, des Vereinigten Königreichs und Frankreichs auf ihren Inseln und in ihren Gewässern. Diese Folgen werden durch den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel zusätzlich verschärft.
In der Erklärung werden mehrere konkrete Konfliktkontexte benannt, darunter der Nahe und Mittlere Osten, Syrien, die Ukraine, der Sudan und Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, die koreanische Halbinsel und Kolumbien. Die Situationen unterscheiden sich zwar voneinander, doch die Grundlinie bleibt dieselbe: Gewalt erzeugt Gegengewalt, Feindseligkeit vertieft Spaltungen, und Frieden kann nur durch Dialog, Zusammenarbeit, Gerechtigkeit, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Verantwortung für das gesellschaftliche Leben wachsen.
Der Text bleibt dabei nicht bei politischen Forderungen stehen. Er ruft die Kirchen und christlichen Gemeinschaften zu Solidarität, Unterstützung und Zusammenarbeit mit Menschen in Konfliktregionen auf. Zugleich bekräftigt er die Notwendigkeit eines vertieften Dialogs innerhalb der ökumenischen Bewegung über das christliche Friedenszeugnis und über den „Weg des gerechten Friedens“.
Der ÖRK-Zentralausschuss:
- appelliert an alle Staaten, sich an die Lektionen aus der Geschichte zu erinnern, einen Kurs weg vom Krieg und hin zum Frieden einzuschlagen, ihre erneuten Rüstungswettläufe zu beenden, vom Rand des Abgrunds einer atomaren Konfrontation zurückzutreten und zu erkennen, worauf ein anhaltender Frieden tatsächlich aufbaut – nämlich nicht auf Waffengewalt, sondern auf dem Streben nach Gerechtigkeit und gleichen Rechten für alle und auf der Anerkennung unserer gemeinsamen Menschlichkeit.
- bekräftigt den Appell der 11. Versammlung zu einem weltweiten Waffenstillstand als dringendes moralisches Gebot in allen bewaffneten Konflikten weltweit und fordert die Parteien in solchen Konflikten auf, in einen Dialog und Verhandlungen zu treten und diese fortzusetzen, bis ein gerechter und anhaltender Frieden erreicht ist, und von Krieg Abstand zu nehmen.
- betont, welche Folgen eine Ausbreitung von bewaffneten Konflikten und Gewalt (einschließlich der sexuellen Gewalt gegen Frauen und Mädchen) auf die besonders wehrlosen Menschen, vor allem auf Kinder und Menschen mit Behinderungen, hat. Wir verstehen, dass bewaffnete Konflikte zwangsläufig zu einer vermehrten Anzahl an Menschen mit Behinderungen führen und die Versorgung von Menschen mit Behinderungen beeinträchtigen, was noch mehr Leid und Tod zur Folge hat.
- verlangt, dass die Grundsätze des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechtsgesetze eingehalten werden, die zum Schutz der Bevölkerung und der Gemeinschaften vor der Geißel des Krieges eingeführt wurden.
- drängt erneut alle Staaten, die das bisher noch nicht getan haben, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen und zu ratifizieren, insbesondere die Staaten, die sich auf einen nuklearen Schutzschild berufen, sowie die Staaten, die über Atomwaffen verfügen, und die die Ursache für diese globale Bedrohung darstellen.
- bekräftigt die Forderung der 11. Vollversammlung nach Wiederaufnahme eines vertieften Dialogs innerhalb der ökumenischen Bewegung über die Auswirkungen unseres christlichen Glaubens auf unser Friedenszeugnis in der Welt und auf unsere ökumenische Verpflichtung zum „Weg des gerechten Friedens“.
- hebt unter anderem die spezielle Erfahrung und die besonderen Herausforderungen der Kirchen und Menschen im Pazifikraum hervor, die noch immer unter den langzeitig bleibenden Hinterlassenschaften der Atomwaffentests auf ihren Inseln und in ihren Gewässern durch die USA, das Vereinigte Königreich und Frankreich leiden, welche die drohende Existenzgefährdung durch den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel noch verschlimmern. Wegen unseres kollektiven Versagens im Streben nach „gerechtem Frieden mit der Erde“ als einem unerlässlichen Aspekt des „Weges des gerechten Friedens“ stehen sie bei dieser Bedrohung an vorderster Front.
- verpflichtet und ruft alle Menschen christlichen Glaubens zu Solidarität, Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Kirchen und christlichen Gemeinschaften in all diesen und so vielen anderen Kontexten voller Konflikt, Gewalt, Instabilität und Bedrohung auf.
Es ist kein abstrakter Friedensappell, sondern eine konkrete Positionsbestimmung: Der ÖRK beschreibt Krieg als Widerspruch zum Willen Gottes, Aufrüstung als Gefahr für die Menschheit und Dialog als unverzichtbaren Weg zu einem gerechten Frieden. Seine Botschaft ist knapp, aber weitreichend: Frieden beruht nicht auf der Drohung mit Gewalt. Er basiert auf Recht, Gerechtigkeit, dem Schutz der Schwächsten und der Bereitschaft, Konflikte politisch auszutragen.
Damit steht die Erklärung von Johannesburg in einer langen ökumenischen Tradition. Bereits die Erste Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen formulierte 1948 in Amsterdam eine grundlegende Absage an den Krieg: „Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein.“ Die Erklärung von 2025 greift diese Haltung auf und aktualisiert sie vor dem Hintergrund aktueller Kriege, neuer Aufrüstung und nuklearer Risiken.
Erklärung der Ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im Jahr 1948 in Amsterdam, übersetzt aus dem englischen Originaltext.
Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein!
Krieg als Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten ist unvereinbar mit der Lehre und dem Beispiel Jesu Christi. Die Rolle, die der Krieg in unserem gegenwärtigen internationalen Leben spielt, ist Sünde gegen Gott und Entwürdigung des Menschen.
Wir erkennen, dass die Frage des Krieges für Christ:innen heute besonders drängende Probleme aufwirft. Kriegsführung hat sich stark verändert. Krieg ist nun total und alle Personen werden zum Kriegsdienst herangezogen. Zudem führen der massenhafte Einsatz von Luftstreitkräften und die Entdeckung von Atomwaffen und anderen neuen Waffen dazu, dass umfassende und unterschiedslose Zerstörung zum Wesen moderner Kriegsführung gehört – in einem Ausmaß, das frühere Konflikte nicht kannten.
Unter diesen Umständen ist die traditionelle Vorstellung vom „gerechten Krieg“, die eine gerechte Ursache und den Einsatz gerechter Mittel voraussetzt, nicht mehr aufrechtzuerhalten. Zwar mag die Rechtsordnung die Anwendung von Zwangsmitteln erfordern, doch wenn ein Krieg ausbricht, wird Gewalt in einem Ausmaß eingesetzt, das die Grundlagen zerstört, auf denen Recht überhaupt erst bestehen kann.
Aus einer Pressemitteilung von church and peace, dem ökumenische Zusammenschluss von Friedenskirchen und friedenskirchlich orientierten Gemeinden, Kommunitäten und Friedensorganisationen in Europa, vom 26. Juni 2025.
church and peace unterstreicht Stellungnahmen des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen
Für viele Christinnen und Christen wird der Juni 2025 als jener Moment in Erinnerung bleiben, in dem sich die Ökumene ihrer Verantwortung für eine friedlichere und gerechtere Welt vergewissert hat. Eine ganze Woche lang berieten in Johannesburg Delegierte aus allen Erdteilen darüber, wie das Zeugnis des Glaubens angesichts eskalierender Gewalt, wachsender Ungleichheit und drohender Klimakipppunkte glaubwürdig bleiben kann. Unter ihnen befand sich Anja Vollendorf, Vizedekanin und Vorstandsmitglied des friedenskirchlichen Netzwerks „church and peace“ in Europa. Ihr Bericht verdeutlicht, wie ernst der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) die Zeichen der Zeit nimmt – und wie entschieden er sie deutet.
Gleich zu Beginn legten die Delegierten eine Erklärung vor, in der sie Krieg ausdrücklich als „gegen Gottes Willen“ verurteilen und einen sofortigen globalen Waffenstillstand fordern. Wer zwischen den Zeilen liest, merkt schnell: Hier wird nicht länger um Formulierungen gefeilscht, hier wird Klartext geredet. „Aktive Friedenskonsolidierung, die Trennungen überbrückt und Einheit vorlebt“ lautet die Losung, verbunden mit dem Plädoyer, gewaltlosen Widerstand gegen Unterdrückung und Militarismus als legitimen Weg der Veränderung zu rehabilitieren. Die Doktrin der nuklearen Abschreckung, die jahrzehntelang sakrosankt in sicherheitspolitischen Kreisen war, wird in dem Text als „irrational und zutiefst unmoralisch“ abgestempelt und alle Staaten werden dazu gedrängt, endlich dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.¹
Diese moralische Schärfe blieb kein reines Lippenbekenntnis. Im Mittelpunkt der Ukraine-Passage stehen die Raketenangriffe vom April auf Kryvyi Rih, Sumy und Kiew. Sie werden ebenso verurteilt wie die anhaltende russische Invasion. Gleichzeitig erinnert der ÖRK daran, dass auch die russische Zivilbevölkerung unter den Folgen des Krieges leidet. Entsprechend eindringlich ist der Appell an beide Seiten, die Tür zu Dialog und Verhandlungen nicht zuzuschlagen. Solche Passagen lassen erahnen, wie schwierig diplomatische Formulierungen sein können, wenn die Wirklichkeit Woche für Woche neue Gräuelbilder liefert.
Kaum weniger deutlich fällt das Urteil über die jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran aus. Der Zentralausschuss bezeichnet sie als „militärische Aggression“ und warnt vor „irreführenden und unverantwortlichen Theologien des gerechten Krieges“. Dass der Rat in einem Atemzug auch religiösen Nationalismus und Extremismus kritisiert, zeigt seine Sorge darüber, wie leicht sich heilige Texte politisch missbrauchen lassen. Um Geist und Herz zur Ruhe zu rufen, haben die Delegierten einen weltweiten Gebetstag für den 29. Juni ausgerufen. Wer je an einer solchen ökumenischen Gebetswelle teilgenommen hat, weiß, wie tief die Verbundenheit jenseits aller Sprach- und Kulturgrenzen wirken kann.
Besonders drängend wurden die Debatten, sobald es um Israel und Palästina ging. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel bestimmt eine Spirale der Gewalt die Nachrichtenlage. In seiner Erklärung benennt der ÖRK ausdrücklich „die Realität der Apartheid, die Israel über die Palästinenserinnen und Palästinenser verhängt hat“, und fordert Konsequenzen wie Sanktionen, Desinvestitionen und ein Waffenembargo. Zugleich hält der Rat fest, dass Kritik an Regierungshandlungen niemals in Antisemitismus umschlagen darf. Mit derselben Deutlichkeit verurteilen die Kirchen antiarabischen Rassismus und Islamfeindlichkeit. Dieser Doppelklang mahnt zur intellektuellen Redlichkeit in einer hoch emotionalen Debatte.
In Johannesburg blieb die Auseinandersetzung mit der Geschichte kein Randthema. Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, verübt an den Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika, wurde in einer gesonderten Sitzung gewürdigt. Zugleich erinnerte man an das Leid der Bevölkerung im Kongo unter Leopold II., an den transatlantischen Sklavenhandel und an die verheerenden Folgen der Kolonisierung Lateinamerikas. All diese Verbrechen werden im Dokument „Aufforderung zur Verhütung von Gräueltaten” zusammengeführt. Darin werden Regierungen und Kirchen an ihre Pflicht erinnert, präventiv Widerstand zu leisten, bevor die Spirale der Gewalt erneut in offene Barbarei mündet.³
Einen hoffnungsvollen Akzent setzte die feierliche Eröffnung der Ökumenischen Dekade für Klimagerechtigkeit (2025–2034). Unter dem Stichwort „ökologische Metanoia” – eine Umkehr, die Herz und Hand gleichermaßen beansprucht – berichteten Delegierte von bereits eingetretenen Klimaschäden, die in Europa leicht übersehen werden. Dr. Semisi Turagavou von den Fidschi-Inseln schilderte, wie der geplante Tiefseebergbau unter dem Banner einer „blauen Wirtschaft” nicht nur Ökosysteme, sondern auch kulturelle Identitäten zerstört. Sein eindringliches Fazit: „Wir brauchen andere Modelle des Wirtschaftens.“⁴
An dieser Stelle knüpfte church and peace nahtlos an. Für die Vorsitzende Antje Heider-Rottwilm steht fest, dass Militärmanöver, Rüstungsproduktion und Kriege einen überproportionalen Fußabdruck im globalen CO₂-Budget hinterlassen – und diese Erkenntnis noch immer zu selten Eingang in klimapolitische Debatten findet. Bereits im Dezember 2024 hatte das Netzwerk bei einer eigenen Tagung gezeigt, wie eng Klimagerechtigkeit und Frieden miteinander verwoben sind. Wer das eine ohne das andere anstrebt, greift zu kurz.
Für Anja Vollendorf war die Woche in Johannesburg mehr als eine Konferenz: „Die ökumenischen Gespräche, Besuche und Gebete waren ein Geschenk für mich. Es ist wichtig, das Leid, die Hoffnung und die Spiritualität der Geschwister aus aller Welt wahrzunehmen und gemeinsam konkrete Schritte für eine bessere Zukunft zu entwickeln. Wir können solidarisch handeln.” Solche Sätze klingen auch Tage später noch nach, weil sie nicht von politischer Taktik, sondern von gelebter Gemeinschaft zeugen.
Seit seiner Gründung versteht sich „church and peace“ als Brücke zwischen Friedenskirchen, christlichen Gemeinschaften, Ausbildungseinrichtungen und Diensten. In den Gängen von Johannesburg wurde spürbar, dass dieses Netzwerk mehr ist als eine lose Interessenvertretung. Es ist ein Resonanzraum, in dem ökumenische Weite und konkrete Friedensarbeit ineinandergreifen. Die Beschlüsse des ÖRK-Zentralausschusses liefern dafür Rückenwind – und verpflichten zugleich, die großen Worte in Taten umzusetzen. Denn eines hat das Treffen unmissverständlich gezeigt: Frieden und Gerechtigkeit fallen nicht vom Himmel, sondern wachsen dort, wo sich Frauen und Männer zusammentun, ihre Stimmen erheben und gemeinsam die Welt verändern.
Anmerkungen:
¹ World Council of Churches: WCC Central Committee addresses threats to peace and security across the globe, 26. Juni 2025.
² World Council of Churches: WCC Central Committee: End apartheid, occupation and impunity in Palestine and Israel, 25. Juni 2025.
³ World Council of Churches: WCC Central Committee calls for guarding against atrocity crimes, 25. Juni 2025.
⁴ World Council of Churches: With prayer and commitment, WCC begins Ecumenical Decade of Climate Justice action, 21. Juni 2025.