Die Täuferbewegung in Augsburg, Bayern, Deutschland
Augsburg war im 16. Jahrhundert für kurze Zeit ein bedeutender Schauplatz der Täuferbewegung. Als freie Reichsstadt war Augsburg einflussreich und durch Handelshäuser wie die Fugger und Welser eng mit anderen Machtzentren verflochten.
Um die Auffindbarkeit von Beiträgen zur Täuferbewegung in Augsburg die sich hier auf dieser Domain befinden zu erleichtern, gibt es nachstehend eine kleine Sammlung von Links. Jeder Beitrag bzw. Artikel gibt Einblicke in das Leben und Wirken der frühen Täufer und Täuferinnen in Augsburg diesem schwäbischen und bayerischen Raum im heutigen Bayern und Deutschland. Zugleich führen sie in die religiösen, politischen und gesellschaftlichen Konflikte jener Zeit – von den frühen täuferischen Gemeinden bis zur Verfolgung durch die bayerischen Obrigkeiten, den Rat der Stadt Augsburg und den Schwäbischen Bund.
Am Anfang der gewaltfreien Täuferbewegung standen Menschen aus den Kreisen der Radikalen Reformation. In den 1520er-Jahren wollten sie den reformatorischen Aufbruch in der Schweiz und in Süddeutschland konsequent weiterführen. Ihr Ziel war nicht die Erneuerung obrigkeitskirchlicher Lehren und Ordnungen, sondern eine umfassende Neuausrichtung des Lebens gemäß der Nachfolge Jesu.
Dieses Glaubensverständnis stieß bei führenden Reformatoren und den Obrigkeiten auf entschiedene Ablehnung. Nachdem ihre Anliegen zurückgewiesen worden waren und sie aus den reformatorischen Zusammenhängen gedrängt worden waren, schlossen sie sich zu neuen Gemeinschaften zusammen, in denen sie eine verbindliche Nachfolge Jesu zu verwirklichen suchten. Die Taufe als mündige Person begründete diese Ausrichtung nicht, sondern brachte sie sichtbar zum Ausdruck. Die Gründung einer eigenen Bewegung war nicht beabsichtigt. Erst rückblickend wurden diese Gemeinschaften als Anfänge der Täuferbewegung verstanden. Sie selbst sahen darin eine Restitution, die Wiederherstellung der ursprünglichen christlichen Gemeinde in ihrer Gegenwart.
Im Zentrum stand und steht ein an der Bergpredigt ausgerichtetes Leben. Dazu zählten die Ablehnung des Schwertgebrauchs und des Eides sowie die daraus ergebende Weigerung, ein obrigkeitliches Amt zu bekleiden. Weitere Merkmale waren die Trennung der Gemeinde von der weltlichen Herrschaft und das Verständnis von Gemeinde als freiwilliger Gemeinschaft der Überzeugten. Die Schleitheimer Artikel von 1527 fassten diese Grundsätze zusammen und hielten insbesondere die „Absage an das Schwert” fest.
Katholische wie protestantische Kirchen und Obrigkeiten verfolgten die Täufer:innen mit großer Härte. Dabei waren religiöse und politische Herrschaft häufig eng miteinander verbunden oder bildeten eine Einheit. Zahlreiche Täufer:innen wurden vertrieben, inhaftiert oder hingerichtet; viele von ihnen gingen als Märtyrer:innen in das Gedächtnis ihrer Gemeinschaften ein. Aus dieser Tradition gingen unter anderem die Mennoniten, die Hutterer und später die Amischen hervor. Sie alle halten bis heute – wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen – am Prinzip der Gewaltfreiheit fest. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und im Licht des Lebens Jesu wird dieses Prinzip in weiten Teilen der Tradition heute jedoch nicht mehr nur als Verzicht auf Gewalt verstanden, sondern auch als Auftrag, Unrecht gewaltfrei entgegenzutreten und aktiv für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einsetzen.