Jesus Christus macht den Kriegen ein Ende

„Unser Friedenszeugnis“

Unser Friedenszeugnis, Jesus Christus macht den Kriegen ein Ende

„Unser Friedenszeugnis“, das ist eine grundsätzliche Erklärung des Verband deutscher Mennonitengemeinden (VdM) zum Thema Frieden. Es wurde 1987 formuliert und in einem späteren Arbeitsprozeß 2011 mit Kommentare und Praxisbeispiele ergänzt. Die im Friedenszeugnis angeführten Internetlinks sind Stand März 2011, daher ohne Gewähr.

Das Friedenszeugnis unserer Gemeinde kann sich in der Formulierung von dem des Verbandes unterscheiden, da wir uns in einem ständigen Lernprozeß befinden.
Pazifismus bedeutet für uns mehr als passiv friedfertig Leben, es verlangt aktives Frieden stiften. Präventive Schritte. Befreiung von direkter wie systemischer Gewalt, als jesuanisches Mittel der Konfliktlösung. Es ist an dieser Stelle ein zum Thema passendes Buch, Vom Konflikt zur Versöhnung, hingewiesen

Das Friedenzeugnis kann als PDF-Datei auf der Netzseite des Verbands heruntergeladen werden: mennonitisch.de

Nachstehen die Einführung von „Unser Friedenszeugnis“, samt des dazugehörenden Kommentars

Gott, der Schöpfer und Erhalter von Himmel und Erde, will Leben und Frieden für alle seine Geschöpfe. Die Abkehr des Menschen von Gott brachte Sünde und Tod in die Schöpfung. Sie ist die grundlegende Ursache von Ungerechtigkeit und Unfrieden unter den Menschen.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat die Macht der Sünde und des Todes überwunden. Dies geschah durch sein Leben nach Gottes Willen, seinen Tod am Kreuz, seine Auferstehung und Erhöhung zur Rechten Gottes. In ihm bietet Gott allen Menschen Vergebung ihrer Schuld, Versöhnung und sein neues Leben an.

Der Heilige Geist befähigt die, die auf ihn hören wollen, Gottes Angebot anzunehmen. Er hilft ihnen zu einem Leben in der Nachfolge Jesu. Er sendet sie als Boten des Lebens, der Liebe und des Friedens zu den Menschen in allen Völkern.

Kommentar

Der trinitarische Vorspann gibt den Kontext für die ansonsten christologisch gegründete Erklärung. Friedenstheologie wird aus den biblischen Zeugnissen unterschiedlich entwickelt. Dabei soll die Dynamik von Verheißung und Erfüllung, von Noch-Nicht und Jetzt-Schon Leitlinie sein. Es geht um das Entstehen und die Entwicklung einer gewaltfreien Gemeinschaft, die unter der Führung Gottes den Weg des Heils entdeckt und geht.

Gott als Schöpfer und Erhalter will Leben und Frieden. „Schalom“ in all seinen Bedeutungen von Heil, Wohlergehen, Vertrauen, Schutz, Geborgenheit, Sicherheit, Frieden ist von Anfang an der Wille Gottes für die ganze Schöpfung, nicht nur für den Menschen. Die biblische Erzählung macht von Beginn an klar, daß Entfremdung von Gott, Gewalt und Mord, Ausbeutung der anderen Geschöpfe durch den Menschen in die Schöpfung kommen.[1] In der Abwendung von Gott wenden die Menschen sich anderen Mächten zu.

In der Berufung Abrahams und seines Volkes Israel schließt Gott einen Bund zum Segen aller Völker.[2] Die Propheten rufen Israel zurück auf diesen Weg des Bundes und künden an, daß am Ende alle Nationen die Wege Gottes suchen, ihre Waffen zu Pflugscharen schmieden und in der Stadt Gottes den Krieg verlernen werden, weil sie Gott als Richter und Vermittler in ihren Konflikten anerkennen.[3] Das Wirken Jesu öffnet diesen Weg schließlich für alle Völker und macht auch uns zu Gliedern des Gottesvolkes aus „Juden und Heiden“.[4]

Der Geist Gottes ist Wegweiser und Kraftquelle für ein solches Leben in Gemeinschaft mit Gott, den Mitmenschen und der Schöpfung.

In der Lehre vom Geist Gottes und ihrer praktischen Umsetzung gibt es Defizite in unseren Gemeinden. Täuferische Theologen wie Hans Denck oder Pilgram Marpeck können Impulse geben, daran zu arbeiten.

Als Nachfolger Jesu bekennen wir uns zu unserem Herrn und seinem Auftrag. Unser Friedenszeugnis gründet sich auf folgende Glaubensüberzeugungen, die wir durch Gottes Wort gewonnen haben.

Das ganze Friedenzeugnis (50 Seiten) kann als PDF-Datei auf der Netzseite des Verbands heruntergeladen werden: mennonitisch.de

1. I Mose 1,4; 6,5+11.
2. 1 Mose 12,2f.
3. Jes 2,1-5; Mi 4,1-5.
4. Eph 2,11ff.