Augsburger Hohen Friedensfest 2018

Wie jedes Jahr seit 1650 feiert Augsburg sein Hohes Friedensfest am 8. August. Diesmal ein Mittwoch. Um 10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst in der Basilika St. Ulrich&Afra. Dann teilen auf dem Rathausplatz über 1000 Menschen aus vielen Nationen Essen und Trinken. Eine große Friedenstafel als Vorwegnahme des großen Festmahls am Ziel der Zeit. – Im dreiwöchigen Rahmenprogramm findet sich auch wieder der legendäre Augsburger Predigtslam, diesmal zu biblisch utopischen Texten. Außerdem ein Vortrag zu Thomas Morus’ Schrift Utopia von 1516, sowie Stadtführungen zur Augsburger Täuferbewegung – jene „andere Reformation“ mit dem damals höchsten Utopiepotential, der aber gerade deswegen kein Ort gegönnt wurde. Weder ein legaler Versammlungsort, noch Bleiberecht in der damaligen „freien“ Reichsstadt.


Herzliche Einladung zu einem Stadturlaub oder Ausflug in die Friedensstadt Augsburg. Wolfgang Krauß

 

Siehe, die Stadt Gottes unter den Menschen

7. Augsburger Predigtslam

Mittwoch 25.07.2018, 19 Uhr, Kulturhaus Kresslesmühle, Eintritt: Spende, Programmheft S. 56

Moderation: Wolfgang Krauß & Sybille Schiller, Veranstalter: Biblia Viva Augustana

Ein paradiesischer Garten. Eine Stadt des Friedens und der Gerechtigkeit. Die Völker pilgern nach Jerusalem, schmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen. Das nahe Reich Gottes. Die Auferweckung Jesu. Utopische Bilder in den biblischen Büchern? – Genug Material für einen Predigtslam. Jede Predigt sieben Minuten. Es predigen Frauen, Männer, Junge, Alte, mehr oder weniger Bibelfeste … nur theologische Profis ausnahmsweise nicht. Es predigen André Bücker (Intendant Theater Augsburg), Pia Lingner-Böld (Rechtsanwältin), Richard Mayr (Redakteur Augsburger Allgemeine), Iris Steiner (Kulturbüro Steiner), Siegfried Zagler (Herausgeber Die Augsburger Zeitung - DAZ) u.a.

Utopia oder ein vernünftiger Staat muss kommunistisch sein

Vortrag & Gespräch Referent: Prof. Dr. Thomas Nauerth, Bielefeld, Veranstalter: Die andere Reformation.

Mittwoch 01.08.2018, 19 Uhr, Hofgarten (bei schlechtem Wetter im Café Neruda), Eintritt: Spende, Programmheft S. 104

„Doch gestehe ich ohne weiteres, dass ich sehr vieles von der Verfassung der Utopier in unseren Staaten eingeführt sehen möchte.“ Thomas Morus Im ersten europäischen Aufklärungsdiskurs zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde neu über Staat und Gesellschaft nachgedacht. Muss alles so bleiben oder könnte man Staat auch ganz anders, gerechter, egalitärer gestalten? 1516 entwarf der englische Jurist Thomas Morus in seinem Roman Utopia einen solchen ganz anderen Staat, der noch keinen Ort (ou topos) in der Menschenwelt hat. – Ob auch wir heute von der Verfassung dieser „Utopier“ für unsere Gesellschaft lernen können, darüber wird zu reden sein.

Utopos – es gab keinen Ort für sie

Stadtführung auf den Spuren der Gartenschwestern und -brüder Wolfgang Krauß, Veranstalter: Die andere Reformation

Samstag 28.07.2018, 10 Uhr, Dauer: 2-3 Stunden
Dienstag 07.08.2018, 11 Uhr, Dauer: 2-3 Stunden

Treffpunkt: Rathaus Haupteingang, Teilnahme: 10 €, Programmheft S. 89

Gartengeschwister hießen sie in Augsburg, denn sie versammelten sich in Gärten. Anders als Lutheranern und Zwinglianern gab der Stadtrat den Täufern keine Kirchengebäude. 1528 wurden sie sogar aus der Stadt gejagt.
Utopos – kein Ort für sie. Die Bergpredigt Jesu lehrte sie Gewaltfreiheit und Feindesliebe. Gegen das Augsburger Bekenntnis sahen sie es nicht erlaubt, Krieg zu führen. – Mit dem Ingenieur Pilgram Marpeck kamen sie 1544 erneut in die Stadt, wegen Marpecks Bedeutung für die Wasserwirtschaft nun halbwegs geduldet. Die Führung folgt ihren „utopischen“ Spuren.