Täuferbewegung in Bayern
Täuferbewegung in Bayern – ja, die gibt es.
Auch im 21. Jahrhundert kommt es in Bayern vereinzelt zu staatlichen Verfolgungen von Täufer:innen aufgrund ihres Glaubens. Wie schon vor fünfhundert Jahren werden dafür häufig andere Begründungen herangezogen, um staatliches Handeln zu rechtfertigen. Und wenn keine solche Begründung gefunden wird, erfolgt Freiheitsberaubung und Folter ohne rechtstaatliche Grundlage, was ohnehin durch kein Grundrecht zu rechtfertigen ist.
Die Täuferbewegung entstand im frühen 16. Jahrhundert zur Zeit der Reformation. Sie ist weder eine katholische noch eine protestantische Religionsgemeinschaft. Mit diesen aber in Ökumenischer Gemeinschaft auf dem Weg. Ihre zentralen Überzeugungen – darunter die Taufe mündiger Erwachsener als Bekenntnis, die Trennung von Kirche und Staat sowie ein gewaltfreier Lebensstil – brachten sie häufig in Konflikt mit staatlichen und kirchlichen Autoritäten. Trotz schwerer Verfolgung, Vertreibung und jahrhundertelanger Diskriminierung haben die Täufer:innen insgesamt ihre Glaubensgrundsätze bewahrt und an nachfolgende Generationen weitergegeben. Auch wenn die täuferischen Gemeinschaften in Europa zeitweise – über etwa ein Jahrhundert hinweg – ihre Wurzeln vergessen haben, fanden sie nach 1945 wieder in die täuferische Tradition zurück. Seither setzen sich jene, die zurückgefunden haben, aktiv für Gerechtigkeit und Gewaltfreiheit ein, woran man Täufer:innen erkennt. Heute bestehen weltweit zahlreiche täuferische Gemeinschaften, die sich auf die besondere Betonung dieser Glaubenswerte berufen. Die größten Gemeinschaften finden sich heute auf dem afrikanischen Kontinent und in Asien. Sie stehen für einen Glauben, der über Jahrhunderte hinweg allen Widrigkeiten zum Trotz Bestand hatte.
Im Jahr 2025 feiert die Täuferbewegung ihr 500-jähriges auf dem Weg sein