Forderung: Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan

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Sich der Forderung „Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan“anschließen! Eine Petition die ein Apell an die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union ist.

Sea-Eye fordert: Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan

Die Taliban erobern in Afghanistan zunehmend das ganze Land. Militärisch gibt es von der afghanischen Regierung kaum Gegenwehr. Viele Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Bis zum Angriff der Taliban auf Kabul hatten viele Menschen Schutz in der Hauptstadt gesucht.

Angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan fordert Sea-Eye von der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union sichere Fluchtwege aus Afghanistan einzurichten; und zwar nicht nur für Ortskräfte und das Botschaftspersonal, sondern für alle Menschen, die das Land verlassen müssen.

„Über 250 Kommunen und Städte haben sich im Bündnis „Sichere Häfen“ dazu bereit erklärt, geflüchtete Menschen aufzunehmen. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, dieses Angebot anzunehmen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Hier geht zur Petition auf change.org: Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!

Create safe passages from Afghanistan!

There is nothing left to discuss. Afghanistan is not safe. Everyone who wants to leave the country must be able to do so. Therefore, we appeal to the German government and the European Union: create safe passages from Afghanistan!

Don’t think of local staff and your embassy personnel only. Think of all people who have to live in panic-stricken fear of the Taliban and whose lives are in danger.

Create safe passages! If not, people will have to flee on their own. They will have to fight their way through deserts and internment camps. They will have to put themselves in unseaworthy boats and many - including children and families - will die on this flight.

To the German government: you wanted to take responsibility in Afghanistan with your German Federal Armed Forces mission. Don't look away now and take responsibility for the people who are fleeing.

Das Bundeskabinett ist in der Pflicht sichere Fluchtwege zu beschließen

Nachtrag vom 17. August 2021

Das Bundeskabinett möchte am Mittwoch, 18.08.21, ein Bundeswehrmandat für die Evakuierung von Ortskräften, Botschaftspersonal und besonders gefährdeten Personen beschließen. Außerdem soll beraten werden, wie die Nachbarländer bei der Aufnahme von Geflüchteten unterstützt werden können. Die Einrichtung eines „humanitären Korridors“, wie ihn der EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni heute forderte, steht nicht auf der Tagesordnung.
https://www.reuters.com/world/europe/europe-needs-humanitarian-corridors-afghan-refugees-eu-official-gentiloni-2021-08-17/

„Die Fluchtwege in die Nachbarländer Afghanistans dürfen nicht in einer humanitären Sackgasse enden. Die Forderungen nach europäischer Abstimmung und der Hilfe vor Ort dienten in der Vergangenheit immer nur als Rechtfertigung der eigenen Untätigkeit. Daher fordern wir die Bundesregierung und die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, allen Menschen, die Afghanistan verlassen müssen, eine echte Perspektive zu geben und sichere Fluchtwege zu schaffen, um schutzsuchende Menschen aufzunehmen. Wir fordern Frau Dr. Angela Merkel und Herrn Heiko Maas im Besonderen dazu auf, sich bei Deutschlands Partnern für eine schnelle, humanitäre Lösung einzusetzen und mit gutem Beispiel voran zu gehen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Das Nachbarland Usbekistan hat bereits angekündigt, Fluchtbewegungen aus Afghanistan verhindern zu wollen. Die Türkei hat damit begonnen eine Mauer an der Grenze zum Iran zu errichten. Griechenland hat ebenfalls angekündigt, flüchtende Menschen an seiner Grenze abzuwehren. Bangladesch will auch keine flüchtenden Menschen aus Afghanistan aufnehmen.

Es gibt allerdings auch viele Stimmen, die sich für eine bedingungslose Aufnahme von afghanischen Flüchtenden aussprechen. So appellierte die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai an Regierungen weltweit, jedes Land hätte eine Verantwortung: „Die Länder müssen ihre Grenzen für afghanische Flüchtlinge öffnen, für die vertriebenen Menschen.“

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) fordert alle Länder auf, flüchtende Afghan:innen aufzunehmen und keine Abschiebungen mehr durchzuführen: „Staaten haben die rechtliche und moralische Verantwortung, den aus Afghanistan Fliehenden Schutz zu gewähren und Flüchtende nicht zwangsweise zurückzuschicken.“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betont die Verantwortung, die Deutschland nun zu tragen hat: „Wir erleben in diesen Tagen eine menschliche Tragödie, für die wir Mitverantwortung tragen.“

Die kanadische Regierung sagte bereits am Samstag zu, bis zu 20.000 Schutzsuchende aus Afghanistan aufzunehmen. Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan wurde 20 Jahre lang damit begründet, dass es wichtig für Deutschland ist, Verantwortung für die Menschen Afghanistans zu übernehmen. Nun muss diese Verantwortung wahrgenommen und humanitäre Korridore für alle schutzsuchenden Menschen eingerichtet werden!

Quelle: Pressemitteilung sea-eye.org vom 15. und 17. August 2021

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Tags: Kirche, christliche Verantwortung,