Leben in Grenzen, Ausstellung

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Leben in Grenzen, Mennoniten in der DDR, Ausstellung und Veranstaltungen.

Leben in Grenzen – Die Mennoniten in der SBZ und der DDR von 1945 bis 1990

Ausstellung und Veranstaltungen 17. bis 21. Mai 2022 in Berlin

Mehrdimensionalen Ausstellung auf ca. 200qm, mit Informationstafeln, historischen Objekten, Video- und Audio-Dokumenten, Anregungen zu Mitmachaktionen, wird diese Geschichte anhand ihrer Phasen erzählt und anschaulich gemacht.

Die Geschichte der Mennoniten in der DDR ist reichhaltig und vielfältig.

Die meisten kamen als Flüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkriegs aus Ost- und Westpreußen in das Gebiet der spä­teren Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR.

Mit Unterstützung ihrer Glaubensgeschwister aus Nordame­rika wurden die geflohenen Mennoniten und andere Be­dürftige von Berlin (West) aus mit Hilfsgütern versorgt und seelsorgerlich betreut. Viele flohen weiter in den Westen. Die Pakete aus Nordamerika und die Hilfe zur Flucht ver­ursachten Argwohn und Verfolgung durch die DDR-Regie­rung, so daß 1952 ein Verbot der Mennoniten in der DDR erwogen wurde. Aus verschiedenen Gründen kam es jedoch nicht dazu.

Ab 1952 war das Menno-Heim in Berlin (West) Anlauf- und Versammlungsort der Mennoniten, auch aus der DDR. Bis zum Bau der Berliner Mauer (Beginn 13. August 1961) war die Überschreitung der Grenze (mit Schwierigkeiten) noch möglich, danach konnten die Mennoniten die DDR nicht mehr verlassen.

Sie gründeten eine eigene Gemeinde: Mennoniten-Gemein­de in der DDR. Nach Einschüchterung und Anpassung folgte eine annähernd friedliche Koexistenz, allerdings immer unter den Augen der Staatssicherheit (Stasi). Dieser gelang es in den 1980er Jahren, einen Informellen Mitarbeiter (IM) als Pastor bei den Mennoniten zu plazieren.

Ort der Veranstaltungen und der Ausstellung:

Baptistengemeinde, Hauptstraße 125a, 10827 Berlin

Dienstag bis Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr und von 16.00 bis 20.00 Uhr, sowie während der Veranstaltungen

Online an drei der Programmpunkte dabei sein

  • Dienstag, 17. Mai 2022, 19.00 Uhr: „Kirchliche Friedensgespräche zwischen Ost und West in den 1980er Jahren und heute: Illusion oder Chance?“
    Erfahrungen von Christlich-Marxistischen Dialogen und Ak­tivitäten von Friedensgruppen damals – Möglichkeiten von Ost-West-Gesprächen heute: Welche Rolle nahmen und nehmen die Kirchen ein?
    Dr. Sabine Kuder (Grußwort, Bundesstiftung Aufarbeitung), Moderation: Elmar Jehn (Journalist), Dr. Marie Anne Subklew- Jeutner (ATF, Uni Hamburg), Prof. Dr. Konrad Raiser (ehem. Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen), Pastor i. R. Reinhard Assmann (Baptisten in der DDR), Pastor i.R. Bernhard Thiessen (Mennoniten in der DDR).

  • Interview und Chorkonzert, Donnerstag, 19. Mai 2022, 19.00 Uhr
    Im Rahmen des Digitalen Donnerstag.
    Gespräch mit Prof. Dr. Mark Jantzen (Historiker, Bethel College, Kansas, USA), der von 1988 bis 1991 an der Hum­boldt-Universität in Berlin (Ost) studierte und als Amerikaner den Fall der Mauer miterlebte, danach Konzert des Bethel College Choir mit über 40 Studierenden.

  • Zeitzeugengespräch, Samstag, 21. Mai 2022, 17 Uhr
    Mennoniten und Baptisten berichten über Erfahrungen in der DDR und nach der Wende. Gezeigt werden Ausschnit­te aus historischen Film-Interviews mit Vorstandsmitgliedern der Mennoniten-Gemeinde in der DDR von Anfang der 1990er Jahre.

Weiterführende Auskünfte gibt es auf der Netzseite des Veranstalters: www.mennoniten-ddr.de

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