Sea-Eye Academy als Beitrag zur Friedenskultur; Regensburger Seenotretter*innen gründen Ausbildungsstätte für seine Crews ins Leben

Sea-Eye Academy

Seenotretterinnen und Seenotretter von Sea-Eye rufen die Ausbildungsstätte Sea-Eye Academy ins Leben.

Die Sea-Eye Academy bildet die Seecrew und Landcrew von Sea-Eye in verschiedenen Trainings und Workshops für ihre jeweiligen Einsätze aus. Denn um im Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken retten zu können, sind nicht nur auf hoher See, sondern auch in der Werft und an Land die verschiedensten Fähigkeiten und Kenntnisse, bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus gefordert.

Training

Menschen aus Seenot zu retten erfordert eine eingespielte Crew, die sich vorab auf die schwierigen Einsätze auf See vorbereitet und Einsatzszenarien trainiert. Die Einsatzkräfte müssen sowohl fachliche Fähigkeiten als auch eine hohe Belastbarkeit einbringen. Ein Rettungseinsatz auf See verlangt von den Seenotretter*innen in jeder Sekunde 100 %. Sea-Eye trainiert seine Crew deshalb bereits seit dem ersten Rettungseinsatz 2016. Jedoch stiegen die Anforderungen an die Crew und die Zahl der Crewmitglieder auf den Rettungsschiffen innerhalb der letzten Jahre. Um nun allen bestehenden Ausbildungseinheiten und neuen Trainings ein gemeinsames Dach zu geben, wurde die Sea-Eye Academy gegründet. Unter dem Motto „Lehren, lernen, retten“ werden hier künftig Seenotretter*innen für ihre lebensrettenden Einsätze ausgebildet.

Fortbildung

Neben den Trainings für die Rettungseinsätze stärkt die Sea-Eye Academy durch eine Vielfalt an Workshops auch die wichtige Arbeit der Landcrew. Die Landcrew besteht aus aktiven Unterstützer*innen und zwölf Lokalgruppen, die sich von Land aus für die Arbeit von Sea-Eye einsetzen. Die angebotenen Inhalte reichen dabei von Hintergrundwissen zum Thema Flucht und Seenotrettung über Fortbildungen für wirksame Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus. Es geht aber auch um Themen wie den Betrieb einer Hilfsorganisation und die Nachwuchsförderung zur Vorbereitung zukünftiger Verantwortungsträger*innen. „Ob auf See oder an Land – wir wollen Menschen befähigen, sich möglichst effektiv für die Seenotrettung und den Schutz von Menschenrechten einzusetzen. Deshalb haben wir die Sea-Eye Academy ins Leben gerufen“, sagt Lena Meurer, Vorstand bei Sea-Eye für Mitglieder und Ehrenamt.

Informieren und Vernetzen

Nicht zuletzt bietet die Sea-Eye Academy auch Interessierten und Organisationen Informationsangebote zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer und Vernetzungsmöglichkeiten. „Jeder*r einzelne muss entscheiden, ob er*sie hinschaut. Mit der Sea-Eye Academy schaffen wir ein Forum des Austausches, der Weiterbildung und der Vernetzung, um uns gemeinsam mit dem Thema Flucht auseinanderzusetzen und uns für Menschenrechte auf See einzusetzen“, sagt Johanna Pohl, Leiterin der Sea-Eye Academy.

Wer kann mitmachen?

Die Angebote der Academy richten sich an alle Menschen, die sich zu Seenotretter*innen und Crewmitgliedern ausbilden lassen wollen oder sich von Land für die Seenotrettung im Mittelmeer einsetzen möchten. Herzlich willkommen sind ebenso alle Interessierte, die sich informieren und einen Einblick in die Arbeit von Sea-Eye und deren Kontext erhalten möchten.

Veranstaltungsangebot

Das Veranstaltungsangebot der Sea-Eye Academy startet mit Workshops zu verschiedenen Positionen an Bord, einem Training für Agent*innen sowie einem Rechtsvortrag zum Thema Seenotrettung. Weitere Fortbildungen zu Themen wie Social Media für Lokalgruppen und ein Argumentationstraining gegen rechte und rassistische Äußerungen sind in Planung und werden bald im Veranstaltungskatalog zu finden sein.

https://sea-eye.org/academy/

Quelle: Pressemitteilung sea-eye.org

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